Hund vor Hitze schützen: 10 Tipps
Mit immer extremeren Sommertemperaturen in Deutschland ist es längst keine Option mehr, deinen Hund vor Hitze zu schützen. Laut Deutschem Wetterdienst haben sich Hitzewellen seit dem Jahr 2000 in ihrer Häufigkeit verdoppelt. Hier sind 10 tierärztliche Tipps für einen entspannten Sommer mit deinem Begleiter.
1. Passe die Gassi-Zeiten an
Geh mit deinem Hund vor 9 Uhr morgens und nach 19 Uhr abends spazieren, wenn die Temperaturen milder sind. Vermeide jede intensive körperliche Aktivität zwischen 11 und 17 Uhr. Der Asphalt-Test: Lege den Handrücken 5 Sekunden lang auf den Belag. Ist es dir zu heiß, riskieren die Pfotenballen deines Hundes Verbrennungen. Bei 35 °C Lufttemperatur erreicht der Asphalt laut einer Studie des AKC (American Kennel Club) 65 °C.
2. Ständige Wasserversorgung
Ein 20-kg-Hund sollte mindestens 1 Liter Wasser pro Tag trinken, bei großer Hitze mehr (bis zu 2 Liter). Wechsle das Wasser 2–3 Mal täglich, damit es frisch bleibt. Nimm beim Spaziergang immer eine faltbare Trinkflasche mit. Automatische Trinkbrunnen sind eine gute Investition, um ständigen Zugang zu sauberem Wasser zu sichern.
3. Biete eine kühle Fläche an
Hunde suchen instinktiv kühle Oberflächen: Fliesen, schattige Erde, Steinplatten. Eine Kühlmatte mit Gel erzeugt diese Kühle überall, ganz ohne Strom. Lege sie an den Lieblingsplatz deines Hundes, damit er sich nach Belieben abkühlen kann. Der Effekt von –5 bis 8 °C ist sofort spürbar und hält 2 bis 4 Stunden an.
4. Lass deinen Hund niemals im Auto
Das ist die Todesursache Nummer eins durch Hitzschlag beim Hund. Selbst bei leicht geöffneten Fenstern steigt die Temperatur in einem geparkten Fahrzeug in 10 Minuten um 10 °C. Ein bei 25 °C abgestelltes Auto erreicht in 30 Minuten 45 °C. Wenn du einen Hund bei großer Hitze in einem Auto eingesperrt siehst, rufe den Notruf (110 oder 112).
5. Richte Schattenzonen ein
Hat dein Hund Zugang zu Garten oder Terrasse, sorge dafür, dass er zu jeder Tageszeit schattige Bereiche hat. Ein Sonnenschirm, eine Markise oder ein Baum reichen aus. Schatten senkt die gefühlte Temperatur um 10–15 °C. Vermeide Hundehütten aus Kunststoff oder Metall, die sich bei Hitze in Backöfen verwandeln.
6. Achte auf Risikorassen
Brachyzephale Rassen (Bulldogge, Mops, Boxer) leiden laut Kennel Club UK (2022) sechsmal häufiger unter Hitzschlag. Ihre kurze Schnauze schränkt das Hecheln ein – den einzigen Kühlmechanismus des Hundes. Auch Hunde mit dichtem Fell (Husky, Samojede), übergewichtige oder ältere Hunde sind anfällig.
7. Kühle über Bauch und Pfoten
An Pfotenballen und Bauch ist die Haut am dünnsten und die Durchblutung am oberflächlichsten. Diese Stellen mit lauwarmem (nicht eiskaltem) Wasser zu befeuchten ist der schnellste Weg, die Körpertemperatur zu senken. Eine Kühlmatte wirkt genau auf diese Kontaktzonen.
8. Passe die Fütterung an
Gib im Sommer kleinere und häufigere Portionen. Die Verdauung erzeugt Wärme – eine große Mahlzeit bei großer Hitze belastet den Organismus. Gefrorene Leckereien (eingefrorene Hühnerbrühe, kernlose Wassermelonenstücke) sind hervorragende, erfrischende Optionen, die die meisten Hunde lieben.
9. Schütze die Pfotenballen
Verbrennungen an den Pfotenballen sind im Sommer häufig. Bevorzuge bei Spaziergängen Gras- oder Erdböden. Bei einer Verbrennung mit kaltem Wasser spülen, Vaseline auftragen und einen Tierarzt aufsuchen, falls die Haut Blasen wirft. Für Stadthunde, die auf Asphalt laufen müssen, gibt es Schutzschuhe.
10. Kenne die Warnsignale
Übermäßiges Hecheln, rotes oder bläuliches Zahnfleisch, dicker Sabber, Lethargie, Taumeln, Erbrechen – diese Symptome deuten auf einen drohenden Hitzschlag hin. Handle sofort: Schatten, lauwarmes Wasser auf den Körper, Luftzug, und rufe deinen Tierarzt an. Jede Minute zählt – die Sterblichkeitsrate des Hitzschlags beim Hund liegt bei 15 %.
Vorbeugung ist die beste Behandlung. Mit diesen 10 Tipps und einer passend zur Größe deines Hundes gewählten Kühlmatte kannst du den Sommer ganz entspannt mit deinem Begleiter genießen.